Bisherige Sonderausstellungen

Am 25.09.2015 präsentierte emotion wear aus Haimhausen die neue Angelshirt Kollektion im Museum.

Otto Friedrich Muck: Buchwerke

Kleine Kabinett-Ausstellung vom 22.05.2016 – 24.07.2016

Sigmund von Haimhausen und die Porzellanmanufaktur Nymphenburg

Sonderausstellung vom 17.05.2015 – 15.07.2015

Johann Sigmund Ferdinand Joseph Graf von Haimhausen,  * 28.12.1708 in München, 16.1.1793 in München war nicht nur Präsident des bayerischen Münz- und Bergkollegiums und erster Präsident der Akademie der Wissenschaften, sondern errichtete 1758 ebenfalls die erste bayerische Porzellanmanufaktur in München (ab 1761 in Nymphenburg).

Genealogie: V Joseph (1682–1711), auf Haimhausen b. Dachau u. Kuttenplan, Reichshofrat, bayer. Gesandter in Paris, S d. Franz Ferd. (s. Gen.1); M Maria Magd. Eleonore ( vor 1732), T d. Marcus Anton Frhr. v. Rehlingen, auf Schlipsheim, u. d. Maria Salome Renner v.Almendingen; Ov Karl (s. 1); B Franz Karl (1708–75), auf Kuttenplan, bayer. GR, Ferd. Karl ( 1724 [?]), bayer. Hofrat; Maria Regina ( 1770), T d. Veit Heinr. Mor. v. Wolframsdorf ( 1720), bayer. GFM-Leutnant, u. d. Joh. Petronella Maria Freiin v. Schrenck zu Notzing; 2 K; N Karl v. Eckartshausen ( 1803), Jurist u. Schriftsteller (s. NDB IV).

Leben: Nach dem Studium der Rechte an den Universitäten Salzburg, Prag und Leiden (1724/28) und Reisen in Norddeutschland, Holland, England und Frankreich übernahm H. die im Familienbesitz befindlichen Ländereien und Kupferzechen in Böhmen. Er bereiste die sächsischen Bergwerke, studierte Montanistik, Metallurgie und Chemie in Leipzig und erwarb sich hierin für einen adeligen Herrn seiner Zeit durchaus ungewöhnliche Kenntnisse und den Ruf eines gesuchten Experten. Kaiser Karl VII. wollte ihn während seiner kurzen böhmischen Herrschaft als Oberstmünzmeister in Böhmen gewinnen. Kurfürst Max III. Joseph übertrug ihm 1751 die Leitung des neuerrichteten Münz- und Bergkollegiums in München; H. führte den Titel Geheimer Rat, Oberstmünzmeister und Oberbergwerksdirektor, seit 1767 Präsident. Auf H.s Wunsch erhielt diese Behörde ungewöhnliche Freiheiten und war dem Kurfürsten unmittelbar unterstellt. Die Errichtung der ersten bayerischen Porzellanmanufaktur in München 1758 (ab 1761 in Nymphenburg), der Aufschwung des Bergbaus in der Oberpfalz und in Oberbayern, eine Reihe wichtiger Münzverträge und die Kodifizierung des bayerischen Bergrechtes durch Johann Georg Lori (1764) waren ein Verdienst H.s, der auch bei Auswahl seiner Mitarbeiter – Dominikus Linprun, Lori, Mathias Flurl, J. A. Schega und andere – eine glückliche Hand bewies. In ausgedehnten Reisen unterrichtete er sich über die Fortschritte im Bergbau und Manufakturwesen; 1759 besuchte er Lothringen, 1770/72 Italien, 1778 die Pfalz. – Bei der Gründung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften war er einer der entscheidenden Förderer und wurde 1759/61 ihr erster Präsident. Bei der Neuordnung|der Akademie 1779 übernahm er den für ihn geschaffenen Posten eines Ehrenpräsidenten und half 1785/86, ihre drohende Auflösung abzuwenden; von 1787 bis zu seinem Tode war er wiederum Präsident der Akademie, deren naturwissenschaftliche Sammlungen ihm viel verdankten.

Literatur: ADB X (auch f. Fam.);  L. Westenrieder, Btrr. z. vaterländ. Hist. IV, 1794, S. 436-53;  ders., Gesch. d. Bayer. Ak. d. Wiss. I, 1784, S. 15, 42, II, 1807, S. 588;  K. Th. v. Heigel, Nymphenburg, 1891, S. 67 f.;  F. H. Hoffmann, Zur Organisation d. Nymphenburger Porzellanfabrik, 1908, S. 213-19;  Electoralis Academiae Scientiarum Boicae Primordia, Briefe a. d. Gründungszeit d. Bayer. Ak. d. Wiss.,hrsg. v. M. Spindler, bearb. v. G. Diepolder, L. Hammermayer u. A. Kraus, 1959, S. 87 ff., 318 ff., passim;  L. Hammermayer, Gründungs- u. Frühgesch. d. Bayer. Ak. d. Wiss., 1959, S. 63 f., 156 ff., passim.

Portraits: Medaille v. T. A. Schega, 1760;  Gem. v. J. G. Edlinger (Darmstadt, Hess. Landesmus.), Abb., in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 1963 (Titel);  Marmorbüsle v. Brugger (Walhalla b. Regensburg);  Porzellanbüste v. F. A. Bustelli (München, Bayer. Nat.mus.), Abb. in: Geist u. Gestalt III, 1959.

Literatur: L z. Gesamtfam. (auch f. Th. v. Widmann): G. Ferchl, Bayer. Behörden u. Beamte 1550-1804, in: Oberbayer. Archiv 53, 1908-12;  F. Markmiller, in: Bll. d. Bayer. Landesver. f. Fam.kde. 29, 1966, S. 85-96.

Autor: Hammermayer, Ludwig, „Haimhausen, Johann Sigmund Ferdinand Joseph Graf von“ in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 521-522 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ppn116392630.html

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